Die Maus ist kein Vogel

Die Maus ist kein Vogel
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Die Maus ist kein Vogel
Gaby Simon-Schmidt·Samstag, 15. Juli 2017
… und das Deutsche Reich kein Staat

Ich war gestern nach langer Zeit mal wieder in einer neuen Gruppe und konnte mehr oder weniger aus technischen Gründen der Unterhaltung nur lauschen. Schon sind sie wieder da, ohne dass die Diskutanten sich dessen vielleicht bewusst sind: Die Streitpunkte um die Alte Weltordnung (AWO) und die Neue Weltordnung (NWO). Auch wenn die meisten Gruppierungen, die sich mit dem Kaiserreich auseinandersetzen, verstanden haben, dass in der 1871er keine Grundrechte benannt werden, da nach Preußischer Verfassung alle Menschen frei sind, werden Aufbau und Wirken des Deutschen Reiches völlig falsch interpretiert.
Ich kann nicht 2017 versuchen, mit einem aktuellen Rechtswörterbuch und Begriffsdeutungen aus der NWO, geschrieben für die NWO, einen Rechtsstand von 1914/16 zu verstehen und zu reformieren. Es geht schlicht und ergreifend nicht, weil die Hoheitsrechte über jeden Quadratzentimeter Planet Erde historisch nur einziges mal zu vergeben sind. Und so, wie sich Russland 1990 aus dem Alliiertenverband der Viermächteabkommen verabschiedet hat, so ist auf Betreiben Bismarcks das Patriarchat des Vatikans über deutschen Grund und Boden letztendlich 1871 zugunsten des Ewigen Bundes vom Deutschen Kaiser, König von Preußen von Gottes Gnaden hinauskomplementiert worden. Der Deutsche Kaiser übernimmt damit die Prärogative für die deutschen Völker anstelle des Vertreters Gottes auf Erden. Tschüß!
Da kann die Debatte noch so heiß sein:
Die Maus ist kein Vogel, das Deutsche Reich kein Staat.
In der Beziehung muss mensch genauso hart den damaligen Iststand vertreten, wie heutige Globalisten die BRD aufgrund ihrer Immunisierung durch UN-Beitritt zum Staat stilisieren: Der Begriff STAAT als solches wurde von Georg Jellinek erst drei Jahrzehnte nach Reichsgründung definiert. Nicht umsonst spricht das „Gesetz betreffend die Verfassung des Deutschen Reiches vom 16. April 1871“ eingangs von den Großherzogthümern Baden und Hessen sowie den Königreichen Bayern und Württemberg. Das sind 1871 die Hoheitsträger und nur die können jeweils für ihre Völker sprechen, dem Ewigen Bund, genannt Deutsches Reich, beitreten. Deswegen wandern aber nicht die Rechte an Grund und Boden von Unten nach Oben, sondern sie bleiben explizit dort, wo sie sind oder der Beitrittstaat das für sich anders entscheidet. Nur weil ich dir erlaube, jeden Montag mit meinem Auto zu deiner Arbeit zu fahren, bist du nicht der Eigentümer – auch nicht montags. Du wirst kaum nach Deutschem Recht auf die Idee kommen, ohne mein Wissen die Recaro-Sitze gegen Momos auszutauschen oder das Geschoss von Rot auf Schwarz umzulackieren.
Genau aus demselben Grund verfügt das Deutsche Reich über kein geschlossenes Gebiet, von dem es über die Hoheitsrechte verfügt, sondern nur gemäß Kapitel I über ein Bundesgebiet, in dem diese Verfassung und ihre Inhalte (1. Schutz des Bundesgebietes, 2. Wohlfahrt des deutschen Volkes) gelten, und es hat nur einen einzigen Souverän, den Deutschen Kaiser als Primus Inter Pares.
Ein Mann, ein Staat. Bissi wenig für einen Staat nach Jellinek, oder? o.O – Jesuiten, die die römisch-katholische Kirche unter den Augen des Vatikans zur geistlichen Weltspitze katapultieren sollen, sind schlau. Hier war einmal jemand schlauer. Der Alte hat’s in sich gehabt und die Kraft, das auch noch gegenüber dem Vatikan durchzusetzen.
Aus eben demselben Grund ersetzen die in dieser Verfassung erwähnten Staaten, wie sie in Artikel 1 aufgelistet werden, nicht die Hoheitsträger. Denn wie heißt es in den Staatsangehörigskeitsurkunden vor dem 1.1.1914 so schön?
Das Königreich Bayern verleiht Max Muster die Eigenschaft als Bayer.
Danach heißt es
… besitzt die Staatsangehörigkeit aus dem Königreich Bayern und ist Deutscher.
und nicht
… besitzt die Staatsangehörigkeit aus Bayern und ist Deutscher.
Der Bundesstaat Bayern als Begriff bedeutet gem. Kapitel III – V kaum mehr als eine Handvoll politisch gewählter, mehrheitlich ehrenamtlicher Delegierter, die das Königreich Bayern in diesem Ewigen Bund vertreten, und die Deutschen sind gesetzlich erst mit dem RuStAG von 1913 definiert worden, blieben aus der Sicht des Reiches als Staatsangehörige eines Bundesstaaten dabei Rechteträger im Heimatstaat bzw. dem Staat ihres Hauptwohnsitzes und genießen als Deutsche die reichsweite Wohlfahrt. Das war der ausdrückliche Wunsch von Bismarck und ist so auch in den Reichstagsprotokollen nachlesbar. Bei allen Deutschen sollten daher die Alarmglocken angehen, wenn im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland steht unter Artikel 20 (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
Art. 3 der 1871er besagt „Für ganz Deutschland besteht ein gemeinsames Indigenat mit der Wirkung, daß der Angehörige (Unterthan, Staatsbürger) eines jeden Bundesstaates in jedem anderen Bundesstaate als Inländer zu behandeln und demgemäß zum festen Wohnsitz, zum Gewerbebetriebe, zu öffentlichen Ämtern, zur Erwerbung von Grundstücken, zur Erlangung des Staatsbürgerrechtes und zum Genusse aller sonstigen bürgerlichen Rechte unter denselben Voraussetzungen wie der Einheimische zuzulassen, auch in Betreff der Rechtsverfolgung und des Rechtsschutzes demselben gleich zu behandeln ist.“
Art. 3 begründet demnach den reichsweiten Umgang mit Unterthanen und Staatsbürgern, also nur denjenigen, die sich im Rahmen dieser Verfassung in den Dienst des Indigenats der Deutschen stellen.
Alles andere sind zunächst frei beseelte Menschen und leben als Natürliche Person subsidiär nach den Regeln der Familie, Gemeinde, Provinz bzw. Landes. Der Gesetzgeber hat dem Rechnung getragen, indem er der subsidiär kleinsten Zelle des Indigenats von Beginn an eine eigene Rechtsebene eingerichtet hat: Familienrecht.
Vergessen wird immer wieder, dass damals „Bürger“ ein Stand war und sich nicht auf alle im Land lebenden Menschen bezog, was die heutige Anwendung von NWO-Begrifflichkeiten auf die damalige Situation völlig absurd erscheinen und die beiden Rechtskreise AWO – vor dem Versailler Vertrag – und NWO – nach dem Versailler Vertrag – unweigerlich immer wieder kollidieren lässt. Auf der völkerrechtlichen Schiene sieht es keinen Deut anders aus, sonst wären die Verfassungsänderung durch Max von Baden, die Selbstermächtung von Scheideman und/oder Liebknecht wie viele Unstimmigkeiten mehr spätestens nach den Exkursionsergebnissen zum Wrack der Lusitania von 2008 oder 2014 anlässlich 100 Jahre Erster Weltkrieg thematisiert worden. Nichts. Null. Nadar. Stattdessen PPP – republikanische PreußenPrügelPeitsche. Wer heute in den Schulbüchern der eigenen Kinder das Deutsche Kaiserreich nachschlägt, dem kann nur schlecht werden.
Bei allem Brechreiz, den die BRD alltäglich verursacht und allen Beteiligten mehr als eine Überdosis Demut abverlangt: Ich kann nicht in der NWO einen Zettel anfordern, in der Erwartung, mir so die mir angestammte Volkssouveränität aus der konstitutionellen AWO ziehen zu wollen. Wenn ich das will, was will ich wirklich? Einen Weltfriedensvertrag oder will ich erreichen, dass beispielsweise die Ware Strom nicht mit 60% Abgaben belastet wird, damit den Überschuss, wohlgemerkelt nach gründlicher Selbstbedienung, die Damen und Herren aus der Parteipolitik in aller Herren Länder versemmeln?
In Anbetracht der Verfassung von 1871 klingt die heutige Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen wie ein Schrei aus dem Mittelalter. Vom Finanzsystem mit IWF-Inkasso wollen wir erst gar nicht anfangen. Es ist und bleibt hierzulande das Irrationalste, was Mensch nach der Vorgeschichte der Deutschen binnen einem Jahrhundert hat erwarten können. Wenn ich mir dann Debatten anhöre über Vom Volk fürs Volk, Reichsverweser bis hin zur Verfassungsgebenden Versammlung, die sich an den Rechten der NWO orientiert und dennoch nach irgendwelchen Blutlinien fragt?!? Sorry, nichts begriffen. Wer derartige Wege jenseits des Rechtsstandes von 1914/16 wählt, für den gilt alles, was hier geltend ist. Warum haltet Ihr Euch nicht einfach daran? Schade – um die Zeit, die immer wieder sinnfrei mit Selbstdarstellern verdattelt wird.

In diesem Sinne…
Üb‘ immer Treu und Redlichkeit
Bis an dein kühles Grab,
Und weiche keinen Fingerbreit
Von Gottes Wegen ab.

Anm. Gerd Peifer:

wenn das mal jeder Deutsche verstanden hätte,wärs gut.Dazu noch die Tatsache, daß damals hochgeistige Menschen am Werk waren die uns den ewigen Bund der Freiheit geschenkt haben.Selbst das Familienoberhaupt konnte sich gegen den Staat auflehnen,wenn Unrecht geschah.Heute sind wir alle Marionetten und haben uns als Kreditkarte verkauft.

Dazu passt vielleicht dieses Video.

Womöglich stehen uns aber auch Gelder zu, welche der BUND auszahlt… nur nicht an uns. Die Gemeinden werden die Mittel schon bekommen. Das ist womöglich für Rentner, Harz4-ler und die Menschen interessant, denen man eine mangelnde Zahlungswilligkeit unterstellt.

4.199.049,20 EUR – Schadensersatz plus Rechnung nach Artikel 7. (HLKO.)

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4 Gedanken zu „Die Maus ist kein Vogel“

  1. Das ist wieder typisch Schäbel:

    lange kommt nichts mehr und dann wieder gleich so eine Granate.

    Durchweg lesenwert: der Artikel zu Vorspeise, der Link zum Hauptgang und die Nachspeise das Video.

    Satt.

    Über den Link muss ich lachen!

  2. Ach lieber Mann detlef !
    Jetzt war über eine Woche Ruhe auf deinem Blog. Auf meine Beiträge im Weidner-Beitrag kam keine Antwort und nun diese Beiträge. Mann-Mann-Mann ..
    Wie oft soll ichs denn noch wiederholen: das Dt.Reich war ein Verein im Handelsrecht ohne irgendwelche Staatsähnlichen Eigenschaften. im Beitrag steht: „…Dazu noch die Tatsache, daß damals hochgeistige Menschen am Werk waren die uns den ewigen Bund der Freiheit geschenkt haben.. “

    Da fällt mir immer der Spruch vom Bleichröder(?) ein: „die Reichsbank wurde von Juden für Juden gegründet“ eine private Bank für Staatsinteressen ???? …Sorry, nichts begriffen. … !

    Wer das Dt.Reich will -> muß die heutigen Zustände aktzeptieren BglBl.49 aus 1950:
    https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?start=//*%5B@attr_id=%27bgbl150049.pdf%27%5D
    aus Reichs…. wird Bundes …. !

    Wer ins echte Staatsrecht will, sollte die Bundesstaaten favorisieren, und die waren – leider leider – alle mit dem Vatikan „verbandelt“. Wers mag (Hallo – Mann Gerd aus dem Hause P e i f f e r, wollen Sie das? und bleibt nicht auch eine Natürliche Person eine Person und unterliegt dem Sachenrecht?). Als einziger Ausweg bleibt meines Erachtens nur der Weg der Heike Werding -> zurück auf die germanischen Erstbesiedlungrechte. Aber selbst sonst „hyperaktive“ Kommentatoren bleiben beim Familiennnamen Werding stumm. Warum bloß ???

    1. Es bestreitet doch niemand, das dieses DR ein Verein war… wie die EU. Deswegen gibt es ja die mittelbare und unmittelbare Reichsangehörigkeit. Das Konstrukt hatte grosse Stärken aber natürlich auch Schwächen. Allerdings waren die Menschen in den Bundesstaaten soweit frei in ihrem Leben. Sie waren wesentlich besser dran als wir es heute sind. Nun hat der Vatikan ja das Motu propio ausgesprochen und den Menschen schon alle Werte zugedacht.

    2. der husky….

      ich weiß, ein husky muss ziehen, sonst geht es ihm nicht gut, wenigstens laufen will er, sonst ist ernicht ausgelastet.

      also los: lass uns Heike Werdings PDF beackern.

      Oder wollen wir zuerst die Frage stellen, warum Weidner die Person im Vertragsrecht favorisiert oder wollen wir fragen, warum beim selben Format, auch das Thema Lebenderklärung läuft, das dem gelben Zettel ungefähr so antagonistisch gegenüber steht, wie Feuer dem Wasser??

      Haben die Vereinsstatuten des Deutschen Reichs nicht vielleicht zum Inhalt, dass die Bundesstaaten Rechte abgeben und damit auch wenigstens auf dem Papier die Anbindung an Rom verloren?

      Wenigner Emotion, mehr Fakten!

      Ich habe das PDF, das Dir so gefällt, gezogen und nicht deshalb darüber gelacht, weil es absurd ist, sondern weil ich es frisch und aufregend finde.

      Du kannt nicht erwarten, dass Leute, die Videos gewöhnt sind, also Milchsemmmeln lutschen in eine Vollkornsemmel beißen und hurra rufen: lesen ist nicht der Sinn ihrer Arbeit, sie wollen das NEUESTE, wie dereinst die gelangweilten Griechen auf dem Areopag: das NEUESTE ist das BESTE und danach kommt wieder Neues und das Alte ist Geschichte.

      Was wollen wir: alles immer neu – oder Wege aufzeigen, wie gottlos und erbarmungslos das System funkioniert und wie schlau vieles im DR eingefädelt wurde zugunsten der Bürger … und … es war auch hier nicht fehlerfrei, dann dafür sorgt immer schon eine kleine Gruppe auserwählter Menschen, sodass selbst das sorgsamst ersonnene, menschenwürdige Konzept eines Staatssystems mit deren Hilfe von Vornherein zur Degeneration angelegt ist. Der Riss ist schon im Fundament und dennoch als Sollbruchstelle angelegt worden: es hat lange gehalten und es hält noch. Das Fundament DR ist zu gut. Nun kommen deshalb eben die harten Geschütze und der Rechtsbruch auf allen Ebenen, denn anders geht es nicht: das hier ist wie Krieg gegen das Volk und die Deutschen, die ich kennen, lassen es gerne passieren, wenn nur die Kohle weiterhin noch stimmt. Sie wollen keine Solidarität und lachen.

      Man kann sie nicht „bekehren“, sie springen erst auf den Wagen auf, wenn es ihnen an den eigenen Kragen geht und dafür, so edel es ist, sollte man Sithze frei halten??

      Blankes Entsetzen: ich habe nicht für möglich gehalten, dass es so dumme Menschen gibt, die sich freiwillig so abhänig machen und „auch hier“ nur Milchbrötchen reinlutschen, sprich noch nicht mal was lesen können.

      Du hast Recht: es war mir auch aufgefallen, dass es sehr still war zu diesem wirklich guten Beitrag.

      Artikel 45
      Änderung des Gesetzes
      betreffend die Inhaberpapiere mit Prämien
      (4134-2)

      In § 1 des Gesetzes betreffend die Inhaberpapiere
      mit Prämien in der im Bundesgesetzblatt Teil 111, Gliederungsnummer 4134-2, veröffentlichten bereinigten
      Fassung, das durch Artikel 287 Nummer 20 des Gesetzes
      vom 2. März 1974 (BGBL. I S. 469) geändert worden
      ist, die Wörter „innerhalb des Deutschen
      Reichs“ durch die Wörter „im Inland“, das Wort
      „Reichsgesetzes“ durch das Wort „Bundesgesetzes“
      und die Wörter „eines Bundesstaats oder des Reichs“
      durch die Wörter „des Bundes oder eines Landes“ ersetzt.

      https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?start=//*%5B@attr_id=%27bgbl150049.pdf%27%5D

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